


New York, 1870er Jahre. Der Anwalt Newland Archer führt ein Leben nach den Regeln der High Society. Seine Verlobung mit May Welland folgt den Konventionen, bis die Rückkehr von Mays Cousine Ellen die Ordnung stört. Scorsese inszeniert das Kostümdrama als Studie über soziale Kodizes. Die Kamera von Michael Ballhaus und die Ausstattung von Dante Ferretti bilden den Rahmen für eine Geschichte, in der gesellschaftlicher Druck schwerer wiegt als persönliches Begehren. Der Film zeigt, dass die Mechanismen der feinen Gesellschaft kaum weniger grausam sind als in Scorseses Gangsterfilmen. Es ist ein atmosphärisches Porträt über den Verzicht und die Konsequenzen, die ein Ausbruch aus dem vorgezeichneten Pfad mit sich bringt.
Martin Scorsese. USA 1993. 140 Min. OV. Mit Daniel Day-Lewis, Winona Ryder, Michelle Pfeiffer, Geraldine Chaplin. New York City in den 1870er-Jahren: Der Bürgerkrieg ist vorbei, das sogenannte Gilded Age beginnt, geprägt von einem ökonomischen und kulturellen Aufschwung. Newland Archer, ein erfolgreicher Anwalt aus gutem Hause (gespielt von Daniel Day-Lewis), ist verlobt mit der hübschen, aber etwas biederen May Welland (Winona Ryder). Alles scheint auf eine geregelte Häuslichkeit zuzusteuern, als eines Tages Mays Cousine Ellen in Newlands Leben tritt. Ellen hat sich aufsehenerregend von ihrem gewalttätigen Ehemann, einem polnischen Grafen, getrennt, was sie in der konservativen New Yorker Oberklasse zur persona non grata gemacht hat. Newland und Ellen verlieben sich leidenschaftlich ineinander, doch Newland zweifelt, ob er wirklich Stellung und Ruf für die Liebe riskieren soll… Martin Scorsese wird häufig auf seine Beschäftigung mit der organisierten Kriminalität und dem Gangstertum reduziert, doch ZEIT DER UNSCHULD (eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Edith Wharton) beweist, dass Scorseses Virtuosität sich gleichermaßen in anderen Genres Bahn bricht. Vielleicht lässt sich sogar sagen, dass die Welt der New Yorker High Society nicht weniger von einem unausgesprochenen Kodex beherrscht wird als die Mafia in THE IRISHMAN oder GOODFELLAS – mit ähnlichen brutalen Folgen für das Individuum, das sich dem Code nicht unterordnen möchte… Besondere Wirkung entfaltet dieser grausame Mechanismus vor dem Hintergrund traumhaft schöner Bildgestaltungen: Für die bis ins kleinste Detail akkurat ausgestatteten Räume zeichnete Dante Ferretti verantwortlich (dem deutschen Publikum vielleicht am ehesten bekannt durch seine Arbeit an Der Name der Rose), der seither die meisten Scorsese-Film ausstattet (inklusive des kommenden). Die erlesene Kameraführung besorgte Michael Ballhaus, der schon seit 1985 zum festen Stamm in Scorseses Team zählte.
Das erwartet dich
Eher nichts für dich, wenn: du ein schnelles Erzähltempo oder moderne Schauplätze bevorzugst
In der dayt-App hast du dieses Event auf der Karte, in deiner Merkliste und mit Deals in der Nähe.
Dein Event? Übernimm es kostenlos · Fehler melden · Event vorschlagen
Enthält KI-generierte Texte











