


Travis Bickle leidet unter Schlaflosigkeit. Als Taxifahrer fährt er durch ein von Kriminalität geprägtes New York und beobachtet den Verfall der Stadt aus seinem Wagen heraus. Die Begegnung mit der jungen Iris löst eine Kette von Ereignissen aus, die in einem Rachefeldzug münden. Robert De Niro spielt die Hauptrolle in diesem Drama, das die psychologische Abwärtsspirale eines Mannes seziert. Der Film bleibt auch Jahrzehnte nach seiner Entstehung beklemmend. Er liefert ein düsteres Porträt urbaner Isolation und moralischer Zerrüttung.
Martin Scorsese. USA 1976. 114 Min. OF mit engl. UT. Buch: Paul Schrader. Mit Robert De Niro, Jodie Foster, Harvey Keitel, Cybill Shepherd, Joe Spinell. Travis Bickle kann nicht schlafen. Aus diesem Grund begibt sich der von Robert De Niro gespielte Vietnam-Veteran auf die Suche nach einem Job, den er auch in den Nachtstunden ausüben kann. Er beginnt als Taxifahrer zu arbeiten, kein einfacher Job im von Kriminalität und Drogen überlaufenen New York der Siebziger Jahre. Travis’ Gedanken verdüstern sich zusehends, auch seine Verabredung mit Betsy, einer Wahlkampfhelferin für einen Präsidentschaftskandidaten, verläuft desaströs. Eines Tages setzen sich die minderjährige Prostituierte Iris und ihr Zuhälter Sport in Travis’ Taxi, und er entscheidet sich, Iris zu befreien… Martin Scorsese und Paul Schraders urbane Version des Rachefeldzugs von Ethan Edwards aus THE SEARCHERS (bei uns am 2. November im Programm) hat auch fünfzig Jahre nach Erscheinen nichts von seiner bedrückenden Intensität, psychologischen Komplexität und seinem scharfsinnigen Pessimismus verloren. Besonders die „You talkin’ to me?“-Szene, in der Robert De Niro einen imaginären Kontrahenten mit einer Waffe bedroht, ist fest ins Repertoire der endlos zitierten Hollywood-Filmszenen aufgenommen worden. Scorsese bekam das Drehbuch von Brian de Palma zugesteckt (mit dem er schon bei MEAN STREETS zusammengearbeitet hatte). Inspiriert von düsteren Dostojewski-Lektüren war Scorsese sogleich fasziniert von der Travis-Figur – aber das für den Film notwendige Budget konnte er aktuell nicht aufbringen. Als die Produzenten allerdings den Rohschnitt von MEAN STREETS sahen, machten sie das Angebot, den Film zu finanzieren, wenn Robert DeNiro die männliche Hauptrolle übernehmen würde. Der Rest ist Filmgeschichte. In einer besonders dramatischen Interpretation des Oscar-Wilde-Zitats „Life imitates art“ veranlasste TAXI DRIVER kurz nach Erscheinen den psychisch kranken John Hinckley zu einem Attentat auf Ronald Reagan – angeblich, um Jodie Foster zu beeindrucken…
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