


Jake LaMotta kennt nur eine Sprache. Der Boxer aus der Bronx sucht den Erfolg im Ring, verliert sich aber in Misstrauen und Gewalt außerhalb der Seile. Robert De Niro porträtiert diesen Mann mit einer Intensität, die weit über das übliche Sportdrama hinausgeht. Der Film verzichtet auf Heldenverehrung. Scorsese zeigt die Zerstörung eines Menschen, dessen Aggression ihn nach dem Titelgewinn unaufhaltsam in den Ruin treibt. Die Kameraarbeit fängt den Sport dabei in einer Härte ein, die kaum Distanz zulässt. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen halten den Schweiß und das Blut in den Kämpfen fest. Es ist ein Porträt über die Unfähigkeit zur Selbstbeherrschung. Ein Film, der nachwirkt.
Martin Scorsese. USA 1980. 129 Min. OV. Mit Robert De Niro, Cathy Moriarty, Joe Pesci, Frank Vincent. Die Bronx, 1941. Der italoamerikanische Boxer Jake LaMotta arbeitet verbissen an seinem sportlichen Erfolg. Sein Ziel: der Weltmeistertitel im Mittelgewicht. Hinter ihm steht sein Bruder Joey, der ihn managet und berät. In Jakes Welt gibt es nur die unmittelbare Auseinandersetzung, den direkten Schlagabtausch, Mann gegen Mann. Joey denkt taktischer und erkennt, dass der Mafiaboss Tommy Como, der hier im Viertel das Sagen hat, Jakes Karriere mit seinem Einfluss gehörigen Anschub geben könnte. Der Haken dabei: Jake müsste sich dazu bereit erklären, einen gekauften Fight zu verlieren; dann würde Como, der im Hintergrund des Boxkampfgeschehens das Geschäft mit den Wetten kontrolliert, im Gegenzug dafür sorgen, dass Jake einen Titelkampf bekommt. Widerwillig geht Jake diesen Deal ein, und bald darauf hat er den begehrten Titel. Aber der Erfolg bleibt nicht lange – notorisches Misstrauen gegen sein engstes Umfeld, unerträgliche Gewaltausbrüche und auch die andauernde Quälerei beim Einhalten des Körpergewichts lassen ihn nicht lange den Kurs auf der Gewinnerstraße halten… Ein Titelgewinn, eine erfolgreiche Revanche, zumindest aber ein gefühlter Sieg, ein Held der Herzen: Das sind die Zutaten, mit denen im Kino Boxerdramen erzählt werden. Nicht so Scorsese. Sein tief in das italoamerikanische Milieu eintauchende Drama zeichnet das Porträt eines Mannes, dessen einziges Medium zur Verständigung Gewalt ist. Im Boxring ist das Trommelfeuer seiner Schläge und Hiebe statthaft, aber es endet nicht außerhalb der Seile. Apropos Boxring: Selten sah man derlei Kampfgeschehen in vergleichbarer Intensität. Die gestochen scharfen Schwarz-Weiß-Bilder protokollieren die brutalen Erschütterungen der Körper und verfolgen die Flugbahnen von Blut und Schweiß in detailverliebter Genauigkeit, die das menschenunwürdige Wesen dieses Sports in der Vordergrund treten lässt. Robert De Niro, der enthusiastisch für die Realisierung des Films kämpfte, fraß sich in Paris für die Schlusssequenzen fett. Sein Method Acting wurde mit einem Oscar belohnt, ebenso wie die Montage von Thelma Schoonmaker.
Das erwartet dich
Eher nichts für dich, wenn: du eine leichte Unterhaltung suchst
In der dayt-App hast du dieses Event auf der Karte, in deiner Merkliste und mit Deals in der Nähe.
Dein Event? Übernimm es kostenlos · Fehler melden · Event vorschlagen
Enthält KI-generierte Texte