


Carmen kämpft um ihre Freiheit. Ole Anders Tandberg inszeniert diesen klassischen Stoff an der Deutschen Oper Berlin als aufwühlendes Stück. Das rote Flamenco-Kleid und die Stierkampfarena tauchen auf. Die Inszenierung nutzt diese Bilder jedoch nicht als bloße Kulisse, sondern treibt sie in eine makabre Richtung. Die Musik liefert die bekannten Motive. Die Oper bleibt eine fesselnde Auseinandersetzung mit den Grenzen von Moral und Autonomie.
«Frei ist sie geboren, frei wird sie sterben» – um ihre Freiheit zu bewahren, nimmt Carmen sogar den eigenen Tod in Kauf. Mit ihrem kompromisslosen Willen zur Autonomie sprengte sie die Moralvorstellungen ihrer Zeit. Dadurch hebt sie sich von den vielen passiven, sich opfernden Frauenfiguren der Oper des 19. Jahrhunderts ab – einst als Skandalsubjekt, später als Identifikationsfigur, immer als große Projektionsfläche.\n\nRegisseur Ole Anders Tandberg greift diese Ambivalenzen auf und arbeitet mit ikonischen Bildern: dem knallroten Flamenco-Kleid, dem Torero-Kostüm und der Stierkampfarena. Doch bleiben diese Symbole nicht unkommentiert, sondern werden überspitzt bis ins Groteske und Makabre. Eine emotionale Achterbahnfahrt mit Ohrwürmern wie der Habanera und dem Toréador-Lied, die noch lange im Gedächtnis bleiben.
Das erwartet dich
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