


Georges Bizet bricht mit der Tradition der leidenden Opernfigur. In dieser Inszenierung von Ole Anders Tandberg steht eine Frau im Zentrum, die ihre Freiheit über alles stellt. Die Bühne der Deutschen Oper Berlin zeigt eine Welt, in der zwischenmenschliche Zuneigung keinen Platz findet. An ihre Stelle treten Sex und physische Härte. Unter der musikalischen Leitung von Alejo Pérez wird die Oper als radikale Abkehr vom Romantizismus interpretiert. Das Ergebnis ist ein abgründiges Porträt menschlicher Abgründe.
Oper von Georges Bizet. «Frei ward sie geboren, frei wird sie sterben»: Um ihre Freiheit zu bewahren, nimmt Carmen sogar den eigenen Tod in Kauf. Mit ihrem kompromisslosen Willen zur Autonomie sprengte sie die moralischen Konventionen ihrer Zeit. Das unterscheidet sie von den vielen passiven, sich aufopfernden Frauenfiguren der Oper des 19. Jahrhunderts – einst Skandalfigur, später Identifikationsfigur, immer eine große Projektionsfläche für die Gefühle des Publikums. Regisseur Ole Anders Tandberg greift diese Ambivalenzen auf und arbeitet mit ikonischen Bildern: dem knallroten Flamencokleid, dem Torerokostüm und der Stierkampfarena. Doch diese Symbole bleiben nicht unkommentiert, sondern werden bis ins Groteske und Makabre übersteigert. Eine emotionale Achterbahnfahrt mit Ohrwürmern wie der Habanera und dem Torerolied, die lange im Gedächtnis bleiben.
Das erwartet dich
Eher nichts für dich, wenn: du eine klassische, romantische Liebesgeschichte erwartest
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Es geht um die Zigeunerin Carmen, die ihre Freiheit über alles stellt und damit eine Kette von Ereignissen auslöst, die in einer Tragödie münden. Liebe als Gefühl spielt hier keine Rolle mehr.
Die Inszenierung stammt von Ole Anders Tandberg. Er zeigt eine moderne Interpretation, die sich von romantischen Klischees abwendet.
Carmen ist eine der bekanntesten Opern überhaupt. Die Geschichte ist direkt und die Musik mitreißend. Ein guter Einstieg, wenn man keine Angst vor unkonventionellen Themen hat.