


Kreuzberg war seit 1960 ein Brennglas für gesellschaftliche Veränderungen in Westdeutschland. Die Ausstellung im Gropius Bau untersucht das Zusammenspiel von Arbeitsmigration und kultureller Entwicklung in diesem Bezirk. Es geht um die Realität von Menschen, die durch Anwerbeabkommen nach Berlin kamen. Rund 130 Arbeiten setzen sich mit Migration, Exil und dem Alltag auseinander. Historische Werke treffen auf neue Beiträge, die eigens für diese Schau entstanden sind. Die Themen reichen von Rassismus und Wohnungsnot bis hin zu Formen der Selbstermächtigung. Die Zusammenstellung fordert dazu auf, die eigene Sicht auf den Stadtteil zu hinterfragen. Es ist eine Auseinandersetzung mit Widerstand und Gemeinschaft, die weit über den Bezirk hinausweist. Der Fokus liegt auf den Erfahrungen der sogenannten Gastarbeiter und ihrer Nachkommen.
An kaum einem Ort traten die gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche in Westdeutschland so deutlich zutage wie in Berlin-Kreuzberg: Durch die zunehmende Arbeitsmigration infolge der Anwerbeabkommen mit Ländern wie Italien, Griechenland und der Türkei wurden hier im Kleinen Entwicklungen sichtbar, die die bundesdeutsche Realität nachhaltig prägten. Die Gruppenausstellung Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960 zeigt künstlerische Perspektiven auf Migration, Arbeit und Leben in jenem Bezirk, in dem auch der Gropius Bau liegt. Rund 130 Arbeiten greifen zentrale Erfahrungen der sogenannten Gastarbeiter*innen und nachfolgender Generationen auf; wenig gezeigte historische Werke treten dabei in Dialog mit eigens für die Ausstellung entstandenen Beiträgen. Sie erzählen von Migration und Exil, Wohnungsnot, Rassismus und Ausgrenzung, aber auch von Widerstand und Selbstermächtigung, Solidarität und Gemeinschaft.
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