


Die Diagnose ist komplex, die Realität noch mehr. Der Film Eine Krankheit wie ein Gedicht nähert sich der schizo-affektiven Psychose eines Vaters, der zwischen manischen Schüben und depressiver Scham pendelt. Das Porträt zeigt einen Menschen, der Täter und Künstler zugleich ist. Die Kamera begleitet den Versuch, die zerstörerischen Psychosen und die Gewalt gegen das Umfeld mit der Liebe zur eigenen Familie in Einklang zu bringen. Die Innenwelt des Vaters wird durch seine eigenen Fotografien, Malereien und Skulpturen greifbar. Es ist eine Auseinandersetzung mit dem medizinischen System und dem Kampf gegen die eigene Zerstörungskraft.
Drogeninduzierte, chronifizierte, schizo-affektive Psychose des manischen Formen- kreises, Typ polytox, kein morphin Typ - das ist die Diagnose meines Vaters. Übersetzt bedeutet das, dass er immer wieder denselben Kreislauf durchlebt: er verfällt in drogen- induzierte Psychosen, wird in Psychiatrien ausgenüchtert und versinkt danach in depressiver Scham. Während dieser Psychosen ist er unberechenbar und lebt seine Gewalt offen aus, gegen die Menschen in seinem Umfeld - auch gegen meine Mutter und mich. Für mich ist er jedoch nicht nur ein Täter, dessen Taten ich zutiefst verurteile, sondern auch ein Mensch, den ich liebe und ein Künstler, den ich bewundere. Seine Psychosen und Innenwelten hat er in Fotografien, Malereien und Skulpturen verewigt und dokumentiert. Er kämpft gegen sich selbst, seine Krankheit und gegen das System. Und ich an seiner Seite.
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