


Tauche ein in eine faszinierende Welt, in der Räume die Hauptrolle spielen. Erlebe, wie Orte zu Bühnen werden, auf denen Körper agieren und Geschichten entstehen. Von großformatigen Inszenierungen bis hin zu intimen Einblicken in ein einzigartiges Fotoalbum – lass dich von der Kraft der Perspektive verzaubern. Entdecke, wie Architektur und Umgebung die Fotografie verwandeln und den Hintergrund in den Mittelpunkt rücken. Ein inspirierender Rundgang wartet auf dich, der deine Sicht auf das Zusammenspiel von Mensch und Raum für immer verändern wird. Sei dabei!
Erst schaut ihr in Räume hinein, dann in ein Album. Die Helmut Newton Foundation baut ihre Sommerausstellung 2026 wie einen Gang durch verschiedene Bühnen: vorne die Gruppenschau, im Hauptraum Newtons große Setzungen, hinten ein einmaliges Fotoalbum aus seinem Kosmos. \n Der rote Faden ist dabei klar: Räume sind hier keine Nebensache. Sie werden zu Orten, an denen Körper auftreten, Spuren verschwinden, Möbel verrückt werden und Fotografie aus einem Zimmer, Flur oder Museumssaal eine Bühne macht. \n Was euch erwartet \n Rooms / Stages setzt bei einer einfachen Beobachtung an: Im Film achten wir oft auf Figuren und Handlung, in der Fotografie auf Porträts, Posen oder Licht. Der Raum bleibt im Hintergrund. Diese Ausstellung dreht das Verhältnis um und fragt, was passiert, wenn der Ort selbst die Hauptrolle bekommt. \n In den vorderen Räumen zeigen rund ein Dutzend Künstler:innen eigene Werkgruppen. Einige arbeiten mit inszenierten Porträts, andere mit Tänzer:innen, Langzeitbelichtungen oder menschenleeren Interieurs. So entstehen Bilder, in denen Räume nicht bloß vorhanden sind, sondern eine Handlung andeuten: ein Atelier mit verschobenem Mobiliar, ein Museumsraum, ein U-Bahn-Gang, eine Theater- oder Tanzsituation. \n Auch die Präsentation spielt mit dem Thema. Neben gerahmten Fotografien tauchen großformatige Bildflächen auf, die einzelne Bereiche der Ausstellung verändern. Ihr bewegt euch also nicht nur von Bild zu Bild, sondern durch Räume, die selbst Teil der Inszenierung werden. \n Im Hauptraum übernimmt Helmut Newton den Staffelstab. Seine großformatigen Motive zeigen, wie stark seine Fotografie von Schauplätzen lebt: Zimmer, Straßen, Gänge oder elegante Interieurs werden bei ihm zu Bildräumen mit klarer Regie. Der Auftritt gehört nicht allein den Menschen vor der Kamera, sondern auch dem Ort, der sie umgibt. \n Der zweite Ausstellungsteil, Helmut Newton’s One-off Album , führt diesen Gedanken in ein konzentrierteres Format. Das Album wurde 1999 von Newton gemeinsam mit dem Sammler Gert Elfering zusammengestellt und wird nun erstmals in Berlin gezeigt. Es umfasst kleinformatige Originalabzüge in Schwarz-Weiß und Farbe, montiert und mit handschriftlichen Notizen versehen. \n Gerade dieser Wechsel vom monumentalen Bild zum Album macht den Besuch spannend. Nach den großen Bühnenräumen begegnet ihr Newtons Auswahl im intimeren Maßstab: Modefotografien, Arbeitsbilder, Polaroids und Motive, in denen Räume erneut kippen – vom Schauplatz zur Szene, vom Hintergrund zum Auslöser der Geschichte. \n Tipp \n Achtet auf den Übergang zwischen den beiden Ausstellungsteilen. Dort wird aus der Gruppenschau über Raum und Bühne ein Blick in Newtons eigenes Bildgedächtnis.
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