


Die Treppenhalle des Neuen Museums zeigt eine raumfüllende Arbeit von Michael Müller. Der deutsch-britische Künstler setzt sich mit dem Mythos der Dioskuren auseinander. Er befasst sich dabei mit der Verbindung zwischen Leben und Tod. Das Werk Der geschenkte Tag bildet die Reise der Zwillinge zwischen Olymp und Hades ab. Müller malte die einzelnen Abschnitte passend zu den jeweiligen Tages- und Nachtstunden. Er durchlief den Zyklus der 24 Stunden während des Malprozesses physisch. Die Ausstellung sucht den Dialog zwischen zeitgenössischer Malerei und historischer Architektur. Sie reflektiert über Zeitlichkeit und antike Vorbilder. Eine ruhige Auseinandersetzung mit einem klassischen Stoff.
Die Treppenhalle des Neuen Museums bietet mit dieser Sonderpräsentation einen Dialog über Zeit, Sterblichkeit und die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Zeitgenössische Kunst trifft auf historischen Raum, nimmt Bezug auf antike Vorbilder und gibt eine moderne Adaption der klassischen Rezeption des Mythos der Dioskuren, die auf ewig zwischen Tod und Leben wandeln. „Der geschenkte Tag“, das raumfüllende malerische Werk des deutsch-britischen Künstlers Michael Müller greift das Kernstück des Mythos, die das Sterben überwindende Verbundenheit der Zwillinge auf. Der Künstler hält die immer wiederkehrenden 24 Stunden der die Welt durchwandelnden Brüder in bildgewaltiger Form fest: vom hellen Tag auf dem Olymp steigen beide in die Düsternis des Hades hinab. Das Besondere an diesem Kunstwerk ist, dass der Künstler jeden Abschnitt in der entsprechenden Tages- bzw. Nachtstunde gemalt und damit die sich immer wiederholende Reise selbst intensiv durchlebt hat.
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