

Gregor Samsa findet sich eines Morgens in der Gestalt eines Käfers wieder. Die Erzählung von Franz Kafka schildert den schleichenden Verlust der Identität und das Scheitern zwischenmenschlicher Kommunikation. Das ATZE Musiktheater bringt den Stoff als szenische Lesung auf die Bühne. Die Musik ist dabei weit mehr als eine Begleitung, sie kommentiert das Geschehen und interagiert direkt mit der Sprecherin. Die Inszenierung setzt auf die Vorstellungskraft des Publikums. Durch das Zusammenspiel von Sprache und Klang entsteht eine beklemmende und hypnotische Atmosphäre im geschlossenen Raum.
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“ Mit diesen Worten nimmt die Metamorphose des Tuchhändlers Gregor vom Menschen zum Käfer seinen Anfang: Gregors Aufwachen ist das Eintauchen in einen Albtraum, aus dem es kein Erwachen gibt. In drei Kapiteln beschreibt Kafka den unaufhaltsamen Prozess einer Entfremdung von sich selbst und vom sozialen Umfeld – eine Geschichte vom totalen kommunikativen Scheitern. Das ATZE Musiktheater bringt Kafkas wohl berühmteste Erzählung als szenische Lesung mit Musik auf die Bühne. Die Musik ist eng mit der Geschichte verzahnt, illustriert und kommentiert das Geschehen in ständiger “Interaktion” mit der Sprecherin. Das Publikum taucht – umzingelt von Sprache und Musik – körperlich ins szenische Geschehen ein. Kafkas groteske Bilderwelt entsteht so aus der imaginativen Kraft der Sprache und der unmittelbaren Klangwelt der Musik im Kopf des Zuschauers.
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