


Ein Familienzwist dient als Ausgangspunkt für eine Untersuchung gesellschaftlicher Risse. Lot Vekemans seziert in ihrem Stück, wie Menschen aneinander vorbeireden, weil sie die Ängste des anderen nicht sehen wollen. Das Kleine Theater bietet den Rahmen für dieses Kammerspiel. Es geht um die psychologische Distanz, die entsteht, wenn das Zuhören aufhört und die eigene Sichtweise absolut wird. Die Inszenierung ist nachdenklich und erschütternd. Sie zwingt dazu, die eigene Wahrnehmung des Gegenübers zu hinterfragen.
„Blind“ ist ein intensives Kammerspiel der niederländischen Autorin Lot Vekemans, das weit über einen Familienzwist hinausgeht. Es ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Spaltung, in der Menschen oft „blind“ für die tieferliegenden Ängste und Motive ihres Gegenübers sind.
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