


Die Staatskapelle Berlin spielt unter der Leitung von Christian Thielemann im Großen Saal der Philharmonie. Auf dem Programm steht Mozarts Klavierkonzert in C-Dur, bei dem Rudolf Buchbinder den Solopart übernimmt. Nach der Pause folgt Anton Bruckners 4. Sinfonie. Das Werk ist für seine monumentale Klangsprache bekannt, die oft mit der Akustik großer Kathedralen verglichen wird. Der Abend verbindet die feine Virtuosität Mozarts mit der romantischen Weite Bruckners. Es ist ein Konzert für Hörer, die sich auf großformatige Orchesterwerke einlassen wollen.
Festlicher Glanz, sinfonische Feierlichkeit und anspruchsvolle Virtuosität halten sich in Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert in C-Dur in vollendeter Weise die Waage. In der maßstabsetzenden Lesart des legendären Pianisten Rudolf Buchbinder, der auf eine mehr als 60 Jahre andauernde Karriere zurückblicken kann, eröffnet das Werk diesen Abend der von Christian Thielemann dirigierten Staatskapelle Berlin. Nach der Pause folgt Anton Bruckners 4. Sinfonie, deren klingende Naturidyllen samt „Gesang der Kohlmeise Zizipe“ (Bruckner) in den Worten des Komponisten einer „religiös-misteriös[en]“ Romantik „à la Lohengrin“ verpflichtet sind.Anton Bruckner gab seiner 4. Sinfonie den Beinamen „Romantische“, was erklärtermaßen auf das Geheimnisvolle, Gottesfürchtige und Reine abzielen sollte. Und weil der Komponist – wohl zu Recht – bei seinem Publikum das Bedürfnis nach einer assoziativen Musikbeschreibung vermutete, zeichnete er die Musik in verschiedenen Charakterbildern. Von der „Morgendämmerung“ in einer mittelalterlichen Stadt ist da die Rede, von deren Türmen die „Morgenweckrufe“ ertönen: „die Tore öffnen sich – auf stolzen Rossen sprengen die Ritter hinaus ins Freie – der Zauber der Natur umfängt sie – Waldesrauschen, Vogelgesang – und so entwickelt sich das romantische Bild weiter.“ Wie in Beethovens „Pastorale“ wird auch in Bruckners Vierter die Verbindung von Natur und Glückseligkeit unmittelbar greifbar. Zugleich treten jene abrupten Dynamikwechsel und Klangballungen hervor, die wesentlich zum monumentalen Charakter des Ganzen beitragen. Nicht zufällig wurden Bruckners Sinfonien mit großen Kathedralen verglichen, auch wegen ihrer orgelartigen „Register-Instrumentation“, bei der der Komponist die Akustik des Kirchenraums mitdachte, die er von der Orgel gewohnt war. Sinfonische Monumentalität findet sich auch in Mozarts Klavierkonzert in C-Dur – nur dass hier zum Dialog der Stimmen ein Solist hinzutritt, gewissermaßen als Primus inter Pares. Für dieses Werk gilt ebenso, was Mozart allgemein über seine Wiener Klavierkonzerte sagte: dass die Musik „sehr brillant“ sei, ohne dabei ins „leere zu fallen“. Kein Wunder, dass KV 467 mit seinen eingängigen Melodien zu den beliebtesten Klavierkonzerten Mozarts avancierte.
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Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert in C-Dur und Anton Bruckners 4. Sinfonie, die „Romantische“.
Christian Thielemann leitet das Orchester an diesem Abend.
Rudolf Buchbinder spielt das Klavierkonzert von Mozart.