


Der Dokumentarfilm NAZA widmet sich der komplexen Realität des Nahostkonflikts. Yuval Abraham und Rachel Szor setzen sich in dieser Arbeit mit den politischen und menschlichen Spannungen der Region auseinander. Das Kino bietet den Rahmen für eine Auseinandersetzung, die wenig Raum für einfache Antworten lässt. Die Darstellung bleibt in ihrer dokumentarischen Form nah an den Geschehnissen und verzichtet auf eine rein unterhaltende Perspektive. Wer sich mit den Hintergründen des Konflikts beschäftigen will, findet hier einen sachlichen Zugang. Die Stimmung ist aufwühlend und fordert eine konzentrierte Auseinandersetzung mit dem Gesehenen.
NAZA ist ein Akronym für Nezek Agavi, was „Kollateralschaden“ bedeutet. Der Begriff wird von israelischen Militärvertreterinnen verwendet, um zivile Opfer im Gazastreifen zu beschreiben. In diesem neuesten Dokumentarfilm von Yuval Abraham und Rachel Szor, zwei der Filmemacherinnen hinter No Other Land, bilden die Dächer von Tel Aviv die Kulisse für eine Reihe anonymer Interviews mit desillusionierten israelischen Geheimdienstmitarbeiterinnen.\n\nMit verdeckten Gesichtern und digital verfremdeten Stimmen berichten sie von dem umfassenden Überwachungssystem, das den Gazastreifen und seine Bevölkerung erfasst, und von der Rolle, die KI bei Entscheidungen darüber spielt, wer zum Ziel wird.\n\nIndem NAZA die Zeugnisse der Täterinnen statt der Geschichten der Menschen in den Blick nimmt, die ins Visier geraten, zeichnet der Film ein vernichtendes Bild unserer dystopischen Gegenwart: einer Welt, in der technologisierte Kriegsführung durch umfassendere Strukturen der Komplizenschaft ermöglicht wird, die den Genozid in Gaza mittragen.
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