

Nikolaus Herdieckerhoff nimmt sich das Märchen vom Rotkäppchen vor. Er erzählt die Geschichte nicht nur, er vertont sie live auf seinem Cello. Der Wolf ist hier weniger der klassische Bösewicht als eine Figur in einer humorvollen Erzählung. Die Musik bildet die verschiedenen Stimmungen der Handlung ab. Das Stück im ATZE Musiktheater richtet sich an Familien. Die Inszenierung bleibt nah am Stoff, setzt aber auf eine zeitgemäße Erzählweise.
Nikolaus Herdieckerhoff am Cello erzählt die etwas andere Rotkäppchen-Story, in der die Geschichte vom schrecklichen Wolf zu einer schrecklich lustigen Geschichte wird, in der alle Stimmungen auf dem Cello eine virtuose Entsprechung finden. An einem sonnigen Sommertag begegnet das fröhliche Rotkäppchen dem hinterlistigen Wolf. Als dieser hört, dass sie auf dem Weg zur Großmutter sei, beschließt er, dass es heute zum Hauptgang Großmutter und als Vorspeise Rotkäppchen geben soll. Dann aber entdeckt er das Nachthemd der alten Dame, schlüpft hinein – und der Rollentausch ist perfekt. Nur fällt dummerweise die Tür ins Schloss, als er gierig nach dem kleinen Mädchen Ausschau hält. Lockerleicht wird hier der alte Stoff zeitgemäß umgeschneidert zu einem Mutmachbuch mit einem erweiterten Märchen-Personal. Dazu bringt Nikolaus Herdieckerhoff die Saiten seines Cellos zum Schwingen, dass es eine helle Freude ist.
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