


Ein wohlhabender Mann verliert seine Frau durch eine Krankheit. Nach einer Phase tiefer Depression trifft er auf eine Frau, die der Verstorbenen täuschend ähnlich sieht. Die sich daraus entwickelnde Ehe gerät durch die Vergangenheit der neuen Partnerin in Gefahr. Der Film aus Argentinien zeigt Parallelen zu bekannten Werken von Alfred Hitchcock, die erst Jahre später entstanden. Neben der persönlichen Geschichte der Protagonisten thematisiert das Werk die einseitige Wahrnehmung der Filmgeschichte. Es hinterfragt, warum Einflüsse aus anderen Regionen oft übersehen werden. Fernando Madedo führt in das Werk ein. Die Vorführung bietet Raum für eine Auseinandersetzung mit der Konstruktion von Identität und den blinden Flecken westlicher Kanonisierungsprozesse.
Hugo del Carril, Argentinien 1956, 94 Min., Spanisch mit englischen Untertitel\n\nEinführung von Fernando Madedo\n\nDer wohlhabende Fernando de Arellano verliert seine Frau Blanca durch eine tödliche Krankheit. Nach langer Depression begegnet er Mónica, die Blanca aufs Haar gleicht. Sie heiraten, doch Mónicas ehemaliger Liebhaber und Zuhälter Luis sinnt auf Rache. Alfred Hitchcocks Filme ›Rebecca‹ und insbesondere ›Vertigo‹ weisen starke Ähnlichkeiten mit ›Más allá del olvido‹ auf – ›Vertigo‹ entstand zwei Jahre nach Hugo de Carrils Werk. Einerseits setzt sich der Film auf der erzählerischen Ebene mit den Gefahren extremer Trauer auseinander. Auf einer abstrakten Ebene verdeutlicht er die Tücken asymmetrischer Filmgeschichtsschreibungen und auf den Westen fixierter Kanonisierungsprozesse, die mögliche länderübergreifende Zusammenhänge und Einflüsse verschleiern.
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