


Lip Critic kommen aus New York nach Berlin. Die Band nutzt Sampler, zwei Schlagzeuge und Vocals, um Genregrenzen zwischen Hardcore und Dance-Punk aufzubrechen. Das Urban Spree bietet den Rahmen für eine Show, die auf körperliche Konfrontation setzt. Die Musik pendelt zwischen elektronischen Impulsen und brachialer Energie. Wer sich auf die Verbindung von Club-Ästhetik und Punk einlässt, findet hier einen aufwühlenden Abend. Die Atmosphäre ist durchgehend ekstatisch.
LIP CRITIC sind längst kein Geheimtipp mehr. Die Band um Bret Kaser, Connor Kleitz, Danny Eberleund Michael Sandvig hat sich in rasanter Geschwindigkeit vom Underground-Gerücht zur aufregendsten und lautesten Grenzverschiebung entwickelt. Klanglich liegt LIP CRITIC irgendwo zwischen amerikanischem Punk und Clubszene. Die Band positioniert sich klar als Kampfansage gegen jede Genrelogik: Sampler, Vocals, zwei Drumkits und eine Prise Moshpit. LIP CRITIC offenbart sich als ekstatische Kollision aus Hardcore, Dance-Punk, Hip-Hop-Fragmenten und Drum’n’Bass-Impulsen. Doch die Verkeilung all dieser verschiedener Einflüsse ist mehr als ein bloßes Crossover. Die New Yorker entpuppen sich spätestens seit ihrem Album „Hex Dealer“ (2024) als gänzliche eigene Spezies, die auf Tracks wie „The Heart“ (2024) oder „In the Wawa (Convinced I am God)“ (2024) das Verhältnis von Ernst und Irrsinn vollkommen dekonstruiert. Seitdem gleicht die Diskussion um die Band dem Zustand nach einer Hardcore-Show im beengten Kellerclub: euphorisiert, aufgewühlt sowie leichter Tinnitus. Das neue Album „Theft World“ (2026) wirkt fokussierter, aber kein bisschen weniger brachial. Es handelt von Diebstahl in allen Facetten: materiell, digitial, emotional. Inspiriert wurde die neue Veröffentlichung von einem Fan, der die Bankdaten Kasers gestohlen hatte. Die neue Platte ergießt sich als verschwitzter Fiebertraum, der von purer Konfrontation lebt. LIP CRITIC ist mehr als die Antwort auf die Frage, was aus Punk im Zeitalter algorithmischer Geschmackszerschredderung wird. Die New Yorker sind komisch, bedrohlich, hyperaktiv und unfassbar körperlich – mehr noch, sie verköpern den Moshpit, nachdem wir uns so lange gesehnt haben.
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