


Heinrich Mann schrieb 1943 unter dem Eindruck des Massakers von Lidice einen Roman. Das Werk erschien im mexikanischen Exil und löste bei Zeitgenossen Irritationen aus. Der Grund liegt in der Form. Mann wählte die Groteske, um dem NS-Terror zu begegnen. Carsten Jakobi untersucht in diesem Vortrag, warum diese ästhetische Entscheidung auf Skepsis stieß. Er beleuchtet das Spannungsfeld zwischen historischem Grauen und literarischer Überzeichnung. Die Analyse ordnet den Text in das Schreiben gegen den Faschismus ein. Die Veranstaltung findet im Literaturforum im Brecht-Haus statt. Es geht um die Möglichkeiten und Grenzen literarischen Widerstands. Ein Abend für eine genauere Auseinandersetzung mit Exilliteratur.
Die zeitgenössische Literatur leistete auf vielfache Weise Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft. In 60-minütigen Vorträgen stellt die Lecture-Reihe zum Thema »Schreiben gegen den NS-Faschismus« einzelne dieser Autor:innen vor. \n\nHeinrich Mann, Verfasser der berühmten Romane »Professor Unrat« und »Der Untertan«, lebte seit 1940 in den USA. Dort mussten er und die Weltöffentlichkeit von dem Massaker in dem tschechoslowakischen Dorf Lidice erfahren, das die NS-Besatzungsmacht 1942 verübte. Mann reagierte in kürzester Zeit mit seinem Roman »Lidice«, der bereits 1943 im mexikanischen Exilverlag »El libro libre« erschien – und sofort auf Skepsis und Ablehnung stieß. Mann experimentierte nämlich für seinen Roman mit den Mitteln der sprachlichen und erzählstrukturellen Groteske.
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