


Georges Bizet bricht mit der Tradition der leidenden Opernfigur. In dieser Inszenierung von Ole Anders Tandberg steht eine Frau im Zentrum, die ihre Freiheit über alles stellt. Die Bühne der Deutschen Oper Berlin zeigt eine Welt, in der zwischenmenschliche Zuneigung keinen Platz findet. An ihre Stelle treten Sex und physische Härte. Unter der musikalischen Leitung von Alejo Pérez wird die Oper als radikale Abkehr vom Romantizismus interpretiert. Das Ergebnis ist ein abgründiges Porträt menschlicher Abgründe.
Georges Bizet\nInszenierung Ole Anders Tandberg, 2018 Musikalische Leitung Alejo Pérez\n\nMit seiner „Carmen“ schrieb Georges Bizet eine Kampfansage an die romantische Oper: Mit ihrem unbeugsamen Freiheitswillen verkörpert die Titelheldin das Gegenbild zu den passiven, leidenden Frauenfiguren, die zuvor die Opernbühne beherrscht hatten. Doch antiromantisch ist „Carmen“ in einem noch umfassenderen Sinn: Bizets Oper zeigt eine Welt, in der Liebe als zwischenmenschliches Gefühl keinen Platz mehr hat und längst durch Sex und Gewalt abgelöst wurde.
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Es geht um die Zigeunerin Carmen, die ihre Freiheit über alles stellt und damit eine Kette von Ereignissen auslöst, die in einer Tragödie münden. Liebe als Gefühl spielt hier keine Rolle mehr.
Die Inszenierung stammt von Ole Anders Tandberg. Er zeigt eine moderne Interpretation, die sich von romantischen Klischees abwendet.
Carmen ist eine der bekanntesten Opern überhaupt. Die Geschichte ist direkt und die Musik mitreißend. Ein guter Einstieg, wenn man keine Angst vor unkonventionellen Themen hat.