


Wolf Biermanns Weg vom überzeugten Sozialisten zum Staatsfeind der DDR ist dokumentiert. Die Ausstellung im Stasi-Unterlagen-Archiv zeigt, wie die Staatssicherheit den Liedermacher und sein Umfeld über Jahrzehnte überwachte. Die Führung beleuchtet die Mechanismen hinter der Ausbürgerung im Jahr 1976. Dokumente verdeutlichen, wie das Regime auf Biermanns Kritik und die Reaktionen der Kulturszene reagierte. Nach dem Rundgang liegt ein reproduzierter Aktenband zur Einsicht bereit. Wer möchte, kann vor Ort einen Antrag auf eigene Akteneinsicht stellen.
Die Kulturszene der DDR ohne Wolf Biermann zu denken, ist kaum möglich. Trotz Auftrittsverbot beeinflusste der Liedermacher Musik- und Theaterschaffende in der DDR und über die Landesgrenzen hinaus. Als überzeugter Sozialist siedelte Biermann zu Beginn der 1950er-Jahre aus Hamburg in die DDR über und fand nach seinem Studium am Berliner Ensemble eine erste künstlerische Heimat. Dies war gleichzeitig der Zeitpunkt, an dem er das erste Mal in den Blick der Staatssicherheit geriet. Je mehr sich Biermann als Musiker auch kritisch artikulierte und je tiefer seine Freundschaften zu Oppositionellen des SED-Regimes wurden, desto intensiver überwachte die Stasi ihn und sein persönliches Umfeld. Die Führung durch die Ausstellung "Einblick ins Geheime" zeigt neben Dokumenten der Überwachung auch den Umgang der Stasi mit der Ausbürgerung Biermanns im November 1976 und den Reaktionen der DDR-Kulturszene darauf. Im Anschluss an die Führung können Sie die Beispielaktensammlung des Stasi-Unterlagen-Archivs besuchen, auch zu Wolf Biermann findet sich dort ein originalgetreu reproduzierter Aktenband. Es besteht auch die Möglichkeit direkt vor Ort einen Antrag auf Akteneinsicht stellen.
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