


Ein Südstaaten-Soldat kehrt nach Jahren zurück und findet seine Familie nach einem Überfall zerstört vor. Gemeinsam mit Begleitern macht er sich auf die Suche nach den entführten Töchtern seines Bruders. Die Reise führt tief in die amerikanische Geschichte und hinterfragt dabei die gängigen Mythen des Westerns. Der Film gilt als zentrale Referenz für Regisseure wie Martin Scorsese. Er markiert einen Bruch mit den bis dahin üblichen Darstellungen der amerikanischen Ureinwohner im US-Kino. Die 119 Minuten lange Originalfassung zeigt eine komplexe Auseinandersetzung mit Identität und Vergeltung. Ein Werk, das die Grenzen des Genres verschoben hat.
John Ford. USA 1956. 119 Min. OV. Mit John Wayne, Natalie Wood, Ward Bond, Vera Miles, Jeffrey Hunter. Der Südstaaten-Soldat Ethan Edwards kehrt nach acht Jahren der Abwesenheit hochdekoriert und reich zurück zur Farm seiner Familie. Kurz darauf wird die Rinderfarm seines Nachbarn von einer Gruppe Comanchen überfallen, und Ethan eilt ihm zur Hilfe. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass der vermeintliche Angriff auf die Rinderfarm lediglich ein Ablenkungsmanöver war und die Comanchen die fehlende Bewachung der Edwards-Farm genutzt haben, um Ethans Bruder und seine Frau zu massakrieren und ihre beiden Töchter Lucy und Debbie zu entführen. Gemeinsam mit Lucys Verlobtem und Debbies Adoptivbruder macht sich Ethan auf die Suche… Die Auseinandersetzung mit THE SEARCHERS zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk von Martin Scorsese. THE SEARCHERS ist nicht nur für Scorsese, sondern für die gesamte Generation von New-Hollywood-Filmemachern zu einer Art Matrix geworden. Am deutlichsten wird diese Auseinandersetzung in TAXI DRIVER. Ford und Scorsese eint das große Projekt, in ihrem filmischen Werk die amerikanische Geschichtsschreibung nachzuvollziehen und umzudeuten. THE SEARCHERS ist nicht nur ein Wendepunkt in der Geschichte des Westerns, er stellt auch einen radikalen Bruch mit Fords eigenem Schaffen dar, hinterfragt der Film doch nicht zuletzt die Darstellung der amerikanischen Ureinwohner im herkömmlichen US-Western. Was bleibt, ist ein Meilenstein des Hollywood-Kinos, der auch 70 Jahre nach Erscheinen immer noch eine vielschichtige und komplexe Auseinandersetzung mit den ureigenen Amerikamythen ist.
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