


Der venezianische Librettist Apostolo Zeno griff für seinen Ambleto nicht auf Shakespeare zurück, sondern auf die dänische Urquelle. Die daraus entstandenen Opern überdauerten die Zeit nicht vollständig. Roberta Mameli und Le Concert de l’Hostel Dieu haben die verstreuten Fragmente in europäischen Bibliotheken zusammengetragen. Das Ergebnis ist eine musikalische Spurensuche, die eine fast vergessene Sicht auf den Hamlet-Stoff freilegt. Im Foyer des Pierre Boulez Saals wird diese musikarchäologische Arbeit hörbar gemacht. Es ist eine Gelegenheit, ein Werk zu hören, das lange Zeit als verschollen galt.
Ein italienischer Hamlet? Es hat ihn gegeben: Anfang des 18. Jahrhunderts schrieb der Venezianer Apostolo Zeno sein Libretto Ambleto, für das er nicht auf Shakespeares Drama, sondern auf die mittelalterliche dänische Originalquelle des Stoffs zurückgriff. Sein Text wurde mehrfach vertont, doch keine der Opern hat sich vollständig erhalten. Roberta Mameli und die Musiker:innen von Le Concert de l’Hostel Dieu haben die überlieferten Fragmente in verschiedenen europäischen Bibliotheken ausgegraben und präsentieren im Pierre Boulez Saal eine kaum bekannte Perspektive auf die legendäre literarische Figur.
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