


Das Deutsche Historische Museum beleuchtet in dieser Führung die Wechselwirkungen zwischen Natur und deutscher Geschichte. Der Rundgang führt durch die Ausstellungen und hinterfragt, wie menschliches Handeln die Umwelt über die Jahrhunderte geprägt hat. Es geht um Zusammenhänge, die im Alltag oft untergehen. Die Führung bietet einen reflektierten Blick auf die historische Verantwortung gegenüber der Umwelt. Das Setting ist drinnen und auf Erkenntnisgewinn ausgelegt. Wer Geschichte nicht nur als politische Abfolge, sondern als ökologischen Prozess verstehen will, findet hier den passenden Rahmen.
In dem Rundgang durch alle Ausstellungsräume wird der Naturbegriff anhand ausgewählter Objekte aus 800 Jahren deutscher Geschichte thematisiert: Vom Weltenei über den Wolf bis hin zu bildlichen Darstellungen zerstörter Landschaften des Anthropozäns. Wie hat die wechselhafte Beziehung zwischen Mensch und Natur über Jahrhunderte Glaube, Leben und Gesellschaft geprägt? Die Mystikerin Hildegard von Bingen etwa sah in der Natur eine ursprüngliche Kraft, die „viriditas“. In der Frühen Neuzeit begann der Mensch mit einer extensiven Nutzung der Naturschätze und veränderte die Umwelt nachhaltig. Was Menschen als Natur definieren, wie sie mit ihr umgehen und welche Vorstellungen sie damit verbinden, unterliegt einem ständigen Wandel. Die Führung bietet vielfältige Einblicke auf Ereignisse und Entwicklungen, in denen der Naturbegriff verändert oder geprägt wurde.
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