


Die Führung widmet sich der Geschichte jüdischer Ärzte und Ärztinnen an der Charité. Es geht um den schmalen Grat zwischen beruflicher Anerkennung und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Die Medizingeschichte dient hier als Spiegelbild für den Umgang mit jüdischen Akademikern in Deutschland. Fakten und Biografien verdeutlichen, wie Integration in diesem speziellen Umfeld funktionierte und wo sie gewaltsam endete. Die Auseinandersetzung bleibt sachlich und konzentriert sich auf die historische Einordnung. Wer sich für Zeitgeschichte interessiert, findet hier einen nüchternen Blick auf ein komplexes Kapitel der Berliner Klinikgeschichte.
Nachdem die Berliner Universität ab 1812 ihre Tore für jüdische Studierende öffnete, bot die Medizin – jenseits versperrter Karrieren in Verwaltung oder Militär – eine einzigartige Chance auf soziale Emanzipation. Doch trotz ihrer prägenden Rolle in der Weimarer Republik stießen jüdische Ärztinnen und Ärzte oft an eine „gläserne Decke“: Während sie als Privatdozent:innen das wissenschaftliche Niveau der Berliner Universitätsmedizin maßgeblich steigerten, blieben ihnen ordentliche Professuren aufgrund von Antisemitismus und Seilschaften meist verwehrt. Letztlich bot weder akademische Exzellenz noch Konversion Schutz vor den Rassegesetzen der Nationalsozialisten, die dieser Ära ein gewaltsames Ende setzten. Die Führung über den Campus der Charité, konzipiert und geleitet von Nirit Ben-Joseph im Auftrag des GeDenkOrt.Charité, macht diese Geschichte an historischen Wirkungsstätten sowie entlang des „REMEMBER Erinnerungswegs“ greifbar.
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