


Oskar Morawetz prägte das kanadische Musikleben nach 1945 maßgeblich. Als Kompositionsprofessor in Toronto hinterließ er ein Werk, das von der Vertonung des Tagebuchs der Anne Frank bis zu Gedenkstücken für Martin Luther King reicht. Die Flucht des aus Böhmen stammenden Musikers verlief über Paris, Südfrankreich und Santo Domingo. Erst 1940 erreichte er Toronto, wo er bis zu seiner Emeritierung 1982 lehrte. Das Konzerthaus Berlin widmet dem Komponisten ein Gesprächskonzert. Peter Sakar und der Morawetz-Experte Philip Headlam beleuchten Leben und Werk des Künstlers.
Der aus Böhmen stammende Pianist und Komponist Oskar Morawetz hatte großen Anteil daran, dass Kanada nach dem Zweiten Weltkrieg ein Musikleben auf hohem Niveau aufbauen konnte. 1952 bis zur Emeritierung 1982 war er Professor für Komposition an der University of Toronto. Seine Werke wurden von allen kanadischen Orchestern aufgeführt, auch international bekannt wurden „Memorial to Martin Luther King“ für Cello und Orchester, ein Harfenkonzert und „From The Diary Of Anne Frank“. Seine Flucht war eine Odyssee: Obwohl seine Eltern 1939 in Kanada Zuflucht gefunden hatten, steckte Morawetz bei Kriegsbeginn in Paris fest. Auf abenteuerlichen Umwegen über Südfrankreich, Triest und Santo Domingo erreichte er Toronto im Sommer 1940. Im Gespräch: Peter Sakar und Dirigent, Pianist und Morawetz-Experte Philip Headlam.
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