


Fotografie reduziert den Raum oft auf den Hintergrund. Die Ausstellung Rooms / Stages kehrt dieses Verhältnis um und macht den Ort selbst zum Akteur. Der erste Teil versammelt verschiedene Künstler, die mit menschenleeren Interieurs, Tanzsituationen oder verschobenem Mobiliar arbeiten. Hier wird das Museum zum Schauplatz, an dem die Umgebung die Handlung vorgibt. Im Hauptraum übernimmt Helmut Newton. Seine Fotografien nutzen Straßen, Gänge und Zimmer als präzise Regieanweisungen für seine Motive. Den Abschluss bildet ein privates Fotoalbum aus dem Jahr 1999. Es zeigt Newtons Arbeitsweise und Motive in einem intimeren, kleineren Format.
Erst schaut ihr in Räume hinein, dann in ein Album. Die Helmut Newton Foundation baut ihre Sommerausstellung 2026 wie einen Gang durch verschiedene Bühnen: vorne die Gruppenschau, im Hauptraum Newtons große Setzungen, hinten ein einmaliges Fotoalbum aus seinem Kosmos. \n Der rote Faden ist dabei klar: Räume sind hier keine Nebensache. Sie werden zu Orten, an denen Körper auftreten, Spuren verschwinden, Möbel verrückt werden und Fotografie aus einem Zimmer, Flur oder Museumssaal eine Bühne macht. \n Was euch erwartet \n Rooms / Stages setzt bei einer einfachen Beobachtung an: Im Film achten wir oft auf Figuren und Handlung, in der Fotografie auf Porträts, Posen oder Licht. Der Raum bleibt im Hintergrund. Diese Ausstellung dreht das Verhältnis um und fragt, was passiert, wenn der Ort selbst die Hauptrolle bekommt. \n In den vorderen Räumen zeigen rund ein Dutzend Künstler:innen eigene Werkgruppen. Einige arbeiten mit inszenierten Porträts, andere mit Tänzer:innen, Langzeitbelichtungen oder menschenleeren Interieurs. So entstehen Bilder, in denen Räume nicht bloß vorhanden sind, sondern eine Handlung andeuten: ein Atelier mit verschobenem Mobiliar, ein Museumsraum, ein U-Bahn-Gang, eine Theater- oder Tanzsituation. \n Auch die Präsentation spielt mit dem Thema. Neben gerahmten Fotografien tauchen großformatige Bildflächen auf, die einzelne Bereiche der Ausstellung verändern. Ihr bewegt euch also nicht nur von Bild zu Bild, sondern durch Räume, die selbst Teil der Inszenierung werden. \n Im Hauptraum übernimmt Helmut Newton den Staffelstab. Seine großformatigen Motive zeigen, wie stark seine Fotografie von Schauplätzen lebt: Zimmer, Straßen, Gänge oder elegante Interieurs werden bei ihm zu Bildräumen mit klarer Regie. Der Auftritt gehört nicht allein den Menschen vor der Kamera, sondern auch dem Ort, der sie umgibt. \n Der zweite Ausstellungsteil, Helmut Newton’s One-off Album , führt diesen Gedanken in ein konzentrierteres Format. Das Album wurde 1999 von Newton gemeinsam mit dem Sammler Gert Elfering zusammengestellt und wird nun erstmals in Berlin gezeigt. Es umfasst kleinformatige Originalabzüge in Schwarz-Weiß und Farbe, montiert und mit handschriftlichen Notizen versehen. \n Gerade dieser Wechsel vom monumentalen Bild zum Album macht den Besuch spannend. Nach den großen Bühnenräumen begegnet ihr Newtons Auswahl im intimeren Maßstab: Modefotografien, Arbeitsbilder, Polaroids und Motive, in denen Räume erneut kippen – vom Schauplatz zur Szene, vom Hintergrund zum Auslöser der Geschichte. \n Tipp \n Achtet auf den Übergang zwischen den beiden Ausstellungsteilen. Dort wird aus der Gruppenschau über Raum und Bühne ein Blick in Newtons eigenes Bildgedächtnis.
Das erwartet dich
Eher nichts für dich, wenn: du dich lieber auf Porträts als auf räumliche Kompositionen konzentrierst
In der dayt-App hast du dieses Event auf der Karte, in deiner Merkliste und mit Deals in der Nähe.
Enthält KI-generierte Texte
Dein Event? Übernimm es kostenlos · Fehler melden · Event vorschlagen















