Der fliegende Holländer
Der fliegende Holländer in der Deutschen Oper Berlin ist eine Auseinandersetzung mit Erlösung und Besessenheit. Regisseur Christian Spuck verlegt die Handlung in eine Welt der Traumbilder, in der die Grenze zwischen Realität und Wahn verschwimmt. Im Zentrum stehen der rastlose Seefahrer und Senta, die sich in ihren eigenen Vorstellungen verliert. Die Inszenierung betrachtet das Geschehen aus der Perspektive des Jägers Erik, der als einziger Realist in diesem dunklen Szenario zurückbleibt. Musikalisch greift das Werk die Tradition der deutschen Romantik auf und markiert den Beginn von Wagners eigenem Musikdrama. Es ist eine Arbeit über die Suche nach Halt in einer Welt, die den Bezug zur Wirklichkeit verloren hat.
Die Schauerwelt der Romantik mit ihren Wiedergängern und Gespensterschiffen: Christian Spuck erzählt die Geschichte des »Verfluchten der Meere« und der einsamen Kapitänstochter als dunkles Märchen aus der Erinnerung von Sentas verschmähtem Anbeter, dem Jäger Erik … Dirigent: Sir Donald Runnicles; Inszenierung: Christian Spuck; Mit Derek Welton, Flurina Stucki, Kieran Carrel u. a. Zum StückDer Holländer ist ein Verfluchter, ein Getriebener, ein Außenseiter. Die Figur dieses Heimatlosen lernte Richard Wagner bei Heinrich Heine kennen, der den romantischen Stoff jedoch mit der für ihn typischen Ironie erzählte. Wagner hingegen interessierte sich nicht für Heines Rahmenhandlung, die den Holländer-Stoff in Distanz rückte. Stattdessen versenkte er sich in die Geschichte des mysteriösen Seefahrers und schuf seine erste Oper über die Suche des Mannes nach der ihn erlösenden Frau. Holländer, der rastlose Wanderer zwischen Leben und Tod, trifft auf Senta, die ebenfalls fremd und heimatlos scheint und sich nach einer männlichen Figur sehnt, die sie aus ihren eigenen Fantasien geboren hat: den Holländer. Wagners Oper, 1841 entstanden und 1843 in Dresden uraufgeführt, ist nach dem vorangehenden RIENZI, der stilistisch der Grand Opéra folgte, eine Hinwendung zur Tradition der deutschen romantischen Oper von Weber oder Marschner. Der FLIEGENDE HOLLÄNDER markiert gleichzeitig den Beginn der neuen und ganz eigenen Handschrift Wagners mit der Entwicklung einer neuen Form des musikalischen Dramas. Erstmals im Zentrum steht Wagners Lebensthema der Erlösung durch Liebe im Tod. Zur InszenierungRegisseur und Choreograf Christian Spuck, seit 2023 Intendant des Staatsballett Berlin, inszenierte eine Welt der Traumbilder und des Fantastischen, der Obsessionen und der Projektionen – eine Welt, die den Bezug zur Wirklichkeit verloren hat. Dies trifft vor allem den Jäger Erik, der als der vielleicht einzig wahre und real Liebende erscheint. Doch er erreicht Senta, die sich in ihren Träumen auflöst, nicht mehr. Erik durchläuft einen wiederkehrenden Albtraum: Er muss sich der Tatsache stellen, dass Senta sich mehr und mehr von ihm entfernt, bis zum selbstgewählten Tod.
- Wann
- Di., 13. Okt. · 19:00
- Wo
- Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35, 10627, Berlin
Location ansehen → - Eintritt
- Kostenlos
Gut zu wissen
Das erwartet dich
- Eine düstere Neuinterpretation von Wagners Oper
- Fokus auf psychologische Abgründe und Traumbilder
- Klassische Opernaufführung unter der Leitung von Sir Donald Runnicles
Eher nichts für dich, wenn: du eine leichte Unterhaltung oder ein klassisches Happy End erwartest
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