


Marcos Morau inszeniert im Schillertheater eine Bühne als Kuriositätenkabinett. Er verbindet zeitgenössischen Tanz mit Einflüssen aus der Weimarer Republik und Berliner Clubnächten. Das Stück befragt das Fremde und die eigene Identität in einer komplexen Welt. Die Inszenierung sucht Räume der Freiheit, in denen sich die Akteure in Verwandlung und Ekstase ausprobieren. Die Performance nutzt die historische Idee der Wunderkammer als Ausgangspunkt für eine szenische Auseinandersetzung mit Normen. Dabei entstehen Bilder, die zwischen Traum und Realität oszillieren.
Marcos Morau, preisgekrönter Choreograph und Artist in Residence beim Staatsballett Berlin, ruft mit seinen unverwechselbaren Bühnenwelten vertraute Orte ins Gedächtnis, die er zugleich in traumartige und unwirkliche Sphären versetzt. Der Titel Wunderkammer verweist auf die historischen Wunderkammern, auch Kuriositätenkabinette genannt, die im Europa der Renaissance und des Barock als Sammlungen außergewöhnlicher und ‹kurioser› Objekte dienten. In diesen Wunderkammern wurde ‹Fremdartiges› und Faszinierendes zusammengetragen und vereint. Marcos Morau nimmt dies zur Grundlage und verwandelt die Bühne zu einem Ort voller Überraschungen und unerwarteter Perspektiven, um seine persönliche Formulierung der Frage nach dem ‹Fremden› aufzuwerfen. Dabei lässt er Anklänge an die Berliner Clubkultur und die Kabaretts der Weimarer Republik lebendig werden. Seine Szenen eröffnen Räume der Freiheit und des Andersseins, in denen Grenzen fallen und Menschen sich in Spiel, Verwandlung und Ekstase ausprobieren dürfen. Das Stück wird so zu einem Fest der Vielstimmigkeit, zu einer Hommage an den ‹Schutzraum der Nacht›, in dem Identitäten gefeiert, Normen hinterfragt und Transformationen erfahrbar werden. Zugleich greift Morau auf universelle Themen zurück: die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und das Bedürfnis, die eigene Identität in einer zunehmend komplexen Welt zu definieren. Auf diese Weise wird Wunderkammer zu einem szenischen Spiegel unserer Zeit. Empfohlen ab 14 Jahren _ Hinweis: Während der Aufführung werden unvermittelte und starke Sound-Effekte ausgelöst, die unter Umständen ein gewohntes Maß überschreiten.
Das erwartet dich
Eher nichts für dich, wenn: du empfindlich auf unvermittelte, laute Sound-Effekte reagierst
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