
Otomo Yoshihide New Jazz Quintet
Otomo Yoshihide widmet sich mit seinem New Jazz Quintet den Strukturen des Free Jazz der 1960er-Jahre. Das Ensemble greift dabei auf Kompositionen von Ornette Coleman oder Eric Dolphy zurück und ergänzt diese durch eigene Stücke. Die Herangehensweise ist weit entfernt von bloßer Nostalgie. Stattdessen nutzt die Band die Vertrautheit des Materials für eine intensive Studie von Kontrasten. Krachende Klänge treffen hier auf präzise Bläsereinsätze und komplexe Rhythmen. Das Konzert findet drinnen statt. Die Darbietung bleibt dabei experimentell und fesselnd.
Der japanische Allround-Künstler Otomo Yoshihide hat im Laufe seiner vier Jahrzehnte umspannenden Karriere ein gigantisches Gesamtwerk geschaffen. Neben seiner Arbeit als Filmkomponist hat er Noise-Musik produziert und als international tourender Improvisations-Musiker an Gitarre, Turntables und Electronics brilliert. Seine Liebe zum Jazz jedoch bildete stets den Mittelpunkt seines Schaffens. Mit dem New Jazz Quintet haucht er dem Jazz der 1960er-Jahre à la Coleman, Ayler und Dolphy neues Leben ein und verleiht ihm mit Eigenkompositionen eine zusätzliche feurige Note. Der japanische Musiker, Komponist und Bandleader Otomo Yoshihide ist ein echter Tausendsassa im Bereich der creative music. Als Künstler agiert er stilübergreifend und schreckt nicht davor zurück, mit Konventionen zu brechen, obwohl er musikalischen Traditionen mit tiefem Respekt begegnet. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat er für zahlreiche japanische Filme und Fernsehsendungen Musik komponiert und zugleich Alben produziert, die von elektrisierendem Noise und wilden Improvisationen geprägt sind. Zu Beginn seiner Karriere studierte er bei Masayuki Takayanagi, einem der radikalsten und kompromisslosesten Gitarrist*innen der Jazzgeschichte. Doch hat er sich im Laufe seiner Karriere nie auf eine einzige Nische festgelegt. 2024 brachte Otomo seine eigenwillige Otomo Yoshihide Special Big Band zum Jazzfest Berlin und bestritt sowohl auf der Großen Bühne des Festspielhauses als auch im Stadtteil Moabit im Rahmen des Jazzfest Community Lab Moabit unvergessliche Auftritte, die ebenso unterhaltsam wie anspruchsvoll waren. Nun kehrt er mit dem von ihm seit langer Zeit geleiteten New Jazz Quintet zurück. Das Projekt spiegelt seine anhaltende Liebe zum Free Jazz der 1960er-Jahre wider, insbesondere zur Musik von Ornette Coleman und Eric Dolphy. Die Vorgehensweise der Band hat jedoch nichts Nostalgisches oder Vorhersehbares. Das New Jazz Quintet arbeitet mit einem begrenzten Repertoire, das Klassiker mit Eigenkompositionen vermischt, ganz zu schweigen von Jim O’Rourkes modernem Meisterwerk Eureka. Die Vertrautheit der Stücke ermöglicht es dem Ensemble, sich das Material auf tiefgründige Weise zu eigen zu machen und eine Studie der Kontraste anzufertigen. Sie verleihen den Formen und Arrangements eine atemberaubende Elastizität, offenbaren ständig neue Perspektiven und unerschlossene Möglichkeiten in ihrem Ausgangsmaterial und lassen krachende Klänge mit pompösen Blechbläsereinsätzen und schwungvollen Rhythmen kollidieren.
- Wann
- Fr., 30. Okt. · 23:00
- Wo
- Berliner Festspiele
Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719, Berlin
Location ansehen → - Eintritt
- Preis beim Anbieter
Gut zu wissen
Das erwartet dich
- Auseinandersetzung mit Free Jazz Traditionen
- Kombination aus Klassikern und Eigenkompositionen
- Experimentelle Klangkollisionen
Eher nichts für dich, wenn: du dich bei unkonventionellen Improvisationen unwohl fühlst
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